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DVD-Tipp Dienstag, 24. Januar 2017
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Watchmen - Die Waechter 2-Disc-Special-Edition (Blu-ray)

Inhalt:
"Irgendwann wird die Welt sagen: ´Rette uns´. Und ich werde ganz leise flüstern...NEIN." Rorschach, der letzte aktive Watchmen legt nicht nur Zeugnis über sein Seelenheil ab, sondern ist einer schrecklichen Verschwörung auf der Spur: Der Comedian, ein menschenfeindlicher Superheld ohne Superkräfte, wird von einem vermummten Angreifer ermordet. Doch von wem? Rorschach sieht darin einen Angriff auf alle verbliebenen Watchmen und warnt seine ehemaligen Mitstreiter. Doch die haben sich schon vor längerer Zeit von ihrem früheren Leben als Superhelden verabschiedet und zweifeln an seiner Theorie.

Die atemberaubende Geschichte vom Aufstieg und Fall der "Minutemen" bis zur bevorstehenden atomaren Eskalation auf der Erde basiert auf dem legendären und mehrfach ausgezeichneten Comic von Alan Moore. Der Regisseur Zack Snyder erschaffte ein visuell berauschendes und anspruchsvoll erzähltes Antihelden-Epos, das weder von der Brutalität noch von der Abgründigkeit der Vorlage abweicht.

Eine alternative Realität im Jahre 1985 in New York: Die USA haben mit Hilfe des mutierten Übermenschen Dr. Manhattan (Billy Crudup) den Vietnamkrieg gewonnen. Richard Nixon tritt zum fünften Mal seine Amtszeit an und Russland ist immer noch der stärkste Gegner, mit dem ein Krieg bevorsteht. Der Konzern von Adrian Veidt (Matthew Goode), der wohl klügste Mann der Welt, beherrscht die Welt-Wirtschaft. Dr. Manhattan und Veidt gehörten einst den "Minutemen" an, einer Gruppe von sechs Superhelden, die in den 1970er Jahren durch die Regierung in den Zwangsruhestand geschickt wurden. Als der inzwischen für die Regierung
-MEHRarbeitende Comedian (Jeffrey Dean Morgan) ermordet wird, warnt der soziopathisch veranlagte Rorschach (Jackie Earle Haley) seine ehemaligen Mitstreiter. Für ihn ist der Mord am Comedian nur der Anfang – seiner Meinung nach ist der Mörder hinter ihnen allen her. Rorschach ist der letzte aktive Superheld der sechs "Masken" und der Einzige, der trotz Verbots weiterhin das Verbrechen bekämpft. Sein Freund, der verweichlichte Ex-Kollege Dan Dreiberg alias Nite Owl II (Patrick Wilson) und auch Laurie Jupiter alias Silk Spectre II (Malin Akerman) zweifeln zunächst an seiner Theorie. Doch nach und nach wird auch ihnen klar, dass sie selbst das Ziel der Vernichtung sind. Doch wenn die Watchmen tot sind, wer bewacht dann uns?

Ein Streifzug durch die Popgeschichte: „The Times, They Are A-Changin´“ singt der legendäre Bob Dylan. Die melancholischen Klänge begleiten eine Reihe von Schlüsselszenen aus der amerikanischen Realgeschichte nach 1945 sowie aus der Vergangenheit der Watchmen: den Tod einer lesbischen Superheldin, das Kennedy-Attentat, den Vietnam-Krieg sowie Heldentaten der „Minutemen". Der Dylan-Song ist nicht die einzige wohlbekannte Melodie, die im Film mal düstere, mal heitere Szenen untermalt: Eine Liebesszene wird von Leonard Cohens „Hallelujah“ begleitet, ein Begräbnis von Simon & Garfunkels „The Sound of Silence“. Sogar Nenas „99 Luftballons“ ertönt in der deutschen Sprachfassung und ist damit nur wieder ein weiteres charmantes Detail, das „WATCHMEN – DIE WÄCHTER“ zu einem echten Kunstwerk werden lässt.

(Quelle: Pressemitteilung)


Bild:
Wer die bisherigen Arbeiten von Zack Snyder kennt - besonders 300 - der weiß, das ein visuell sehr anspruchsvolles Stück Zelluloid auf den Betrachter wartet. Dieses auf ein digitales Medium zu transferieren stellt somit gleichermaßen hohe Ansprüche an Technik und Mensch. Trotz der “Widrigkeiten”, welche eine Vorlage von teils untersättigten, teils stark gesättigten Farben, starken Kontrastschwankungen, deutlich dunkler Grundkonditionierung und hoher Detailfülle bietet, ist das Ergebnis auf Blu-ray durchaus sehenswert. Da Überstrahlungen ausbleiben, die teils deutliche Körnung keinen Einfluss auf die Schärfe hat und selbst in dunklen Szenen noch kleinste Details sichtbar bleiben, gibt es eigentlich kaum etwas zu kritteln. Nur bei CGI-behafteten Einstellungen hat man den bekannten Eindruck leicht softener Kanten und einer leicht erhöhten Weichheit. Trotz hoher Laufzeit von zweieinhalb Stunden stellt die Komprimierung erfreulicherweise keinerlei Problem dar - es gibt nie auch nur den Hauch von Artefakten zu sehen. Summa summarum kann man mit kleinen Abstrichen von einem sehr guten Transfer sprechen, der mit höchster Sorgfalt für einen überdurchschnittlichen Sehgenuss sorgt!

Wertung Bild: sehr gut (-)


Ton:
Wann werden die “altertümlichen”, komprimierten Tonspuren in DD 5.1 und artverwandten Codierungsverfahren endlich der Vergangenheit angehören? Wenn es um europäische Releases amerikanisch produzierter Filme geht, gibt es nach wie vor - mit wenigen Ausnahmen - nur das Original in einer unkomprimierten und damit verlustfreien Variante. Alle anderen Sprachen sind weiterhin nur in komprimierten Mixen zu ergattern. Dass das nicht unbedingt gleich eine echte Enttäuschung darstellen muss, beweist WATCHMEN eindrucksvoll. Obwohl der Streifen nicht durchweg mit Action aufwartet, ist durchgängig eine räumliche Kulisse wahrnehmbar, die es an Detailfülle und Direktionalität nicht fehlen lässt. Der Score ergänzt diesen Eindruck perfekt mit viel Dynamik und einem ordentlichen Bassanteil. Die Stimmen kommen ebenfalls überdurchschnittlich gut und voluminös zur Geltung. Die Highlights stellen dann aber doch - wie zu erhoffen war - die selteneren Action-Momente dar, die teils heftige Dynamiksprünge, einen satten Basse und reichlich Arbeit für alle Boxen des 5.1-Sets bieten. Was allerdings doch hörbar ist: Das Original in Dolby TrueHD 5.1 bietet ungleich mehr Präzision und Dynamik. Auch meint man noch eine Spur mehr an Klangumfang zu vernehmen. Insofern ist das Original sicher zu bevorzugen sofern man über entsprechenden Decoder und Englischkenntnisse verfügt. Die DD 5.1-Spuren bieten jedoch - dieses gilt in erster Linie für die getestete deutsche Fassung - neben einem wirklich gelungenen Sound auch eine ebensolche Synchronisation und gehören damit zum Besten, was es in den letzten Jahren zu hören gab!

Wertung Ton Deutsch in DD 5.1: gut (+)
Wertung Ton Englisch in Dolby TrueHD 5.1: sehr gut (-)



Ausstattung/Extras:
Die 2-Disc-Special-Edition-Blu-ray bietet auf der Zusatzdisc eine Fülle von Special Features, die vom Anbieter etwas effekthascherisch als “sensationell” angepriesen werden. Dieses Prädikat erscheint dem Rezensenten doch etwas hoch gegriffen, doch machen Sie sich selbst ein Bild nach den folgenden Ausführungen.

Die Disc bietet gleich drei Featurettes, die sich weniger mit der Produktion an sich auseinandersetzen als vielmehr mit der Comic-Vorlage (“Das Phänomen: Der Comic, der die Welt veränderte“, 28:48 Minuten), der wissenschaftlich erläuterten Machbarkeit einzelner Phänomene und Kräfte im Film (“Mechanik: Technik einer fantastischen Welt“, 16:46 Miunten) und vergleichbaren realen Personen oder Gruppierungen, die außerhalb von “Recht und Ordnung” in unserer Gesellschaft existieren oder es noch tun (“Wahre Superhelden, echte Wächter“, 26:20 Minuten). Alle drei Clips lassen in erster Linie Personen zu Wort kommen, die eher am Rande mit Watchmen zu tun haben. Einzig Regisseur Zack Snyder ist in allen Beiträgen dabei.

Weitere elf Mini-Clips von je ca. drei Minuten Laufzeit befassen sich mit Teilaspekten der Produktion und könnten zusammengenommen ein Making Of ergeben. Leider werden alle Punkte sehr knapp angerissen und haben keine erkennbaren Zusammenhänge oder Chronologie, wirken dadurch etwas willkürlich aus dem Wissenuniversum um die Produktion gerissen. Sie sind Teil eines umfangreichen Features, das als “Webepisoden” im Zuge der PR im Internet zur Verfügung gestellt wurden und häppchenweise die wartenden Fans aufklären sollte. In insgesamt ca. 40 Minuten behandeln sie Felder wie “Kostüme”, “Sets”, “visuelle Effekte” oder “Stunts” und bieten einen Zusammenschnitt aus Statements von Cash & Crew, Filmausschnitten sowie Szenen vom Set und Hinter-den-Kulissen-Material.

Abschließend gibt es noch die Komplettfassungen der fiktiven Nachrichtenclips von “NBS Nightly News” und ein Musikvideo der Band “My Chemical Romance“. Eher zufällig stießen wir bei Durchsicht des Materials noch auf ein Easter Egg, das recht leicht zu finden ist und einen Kampagnen-Video (“The Keene Act”) zeigt. Den Weg dorthin findet Ihr in unserer Rubrik “Eastereggs”.

Erschreckend nüchtern vielen die Menüs aus, die weder aufwendige Animationen noch Musikuntermalung bieten, was für einen Film dieses Kalibers etwas enttäuschend ist, zugleich aber weg vom häufigen “TamTam” auf das Wesentliche konzentriert ist. Neben der mauen Gestaltung hätte man auch etwas mehr Mühe in die Bedienbarkeit legen können, denn elf Mini-Clips nur einzeln anwählbar zu machen ist mehr als unkomfortabel - das gibt Abzüge in der B-Note!

Wertung Ausstattung/Extras: gut (-)


Fazit:
WATCHMEN ist ein Projekt auf das die Fangemeinde allein in Deutschland satte 20 Jahre warten musste. Nachdem es bereits diverseste Drehbuchfassungen und Regisseure für das ambitioniertest Comic-Werk des 20. Jahrhunderts gab (immerhin ist es die einzige Graphic Novel, die in der Top 100 des Time-Magazines auftaucht) und es inzwischen auch schon fast als unverfilmbar galt, hat sich mit Zack Snyder nun doch ein Regisseur gefunden, dem es gelingen sollte die Vielschichtigkeit und die visuellen Eigenheiten der Vorlage auf Zelluloid zu bannen.

Herausgekommen ist ein filmisches Meisterwerk - so wird es von der Fachpresse und den Kritikern zumindest bewertet - das zu den besten der letzten zehn Jahre zählt! Das liegt nicht zuletzt an dem Fakt, dass Snyder abgesehen von notwendigen Abwandlungen aufgrund cineastischer Konventionen praktisch kaum Abweichungen von der 12-bändigen Graphic Novel zuließ. Der dadurch vorhandene Detailreichtum, die zeitlichen Perspektiven und die vielschichtigen, nachvollziehbaren Charaktere sind es daher, die zu einem filmischen Fest gereichen und der schnelllebigen Seichtkost-Industrie des neuen Jahrtausends, die eher auf schnelle Dollar als auf Erzählkunst aus ist, trotzt.

Der epische Rahmen wird langsam gespannt, von superben Action-Momenten durchsetzt und visuell mehr als aufreizend umgesetzt. Dabei spart WATCHMEN nicht mit Blut und zeigt recht derbe Splatterszenen, die ihren comichaften Ursprung nicht verleugnen können, jedoch nie lächerlich wirken. Die Rollen wurden mit eher unbekannten Darstellern besetzt, was hier eher als positiv zu werten ist, denn die Agierenden nehmen ihre Charaktere ohne Star-Allüren sehr ernst. Überhaupt ist WATCHMEN keineswegs leicht verdaulich, schnell oder nur auf Augenfutter aus, wenngleich alldaß natürlich auch geboten wird. Meist ist der Film aber vor allem eine überraschend gegenwartsbezogene Fabel über eine moralisch verkommene (zeitparallele) Welt, die angesichts gegenwärtiger Zustände nicht so abwegig erscheint und in der es keinen Platz für Superhelden gibt. Ein wirklich interessanter, nachdenklicher Film mit visuell meisterhafter Inszenierung und einer Bildsprache, die nach “300” erneut ungewöhnliche Wege geht. Ein weiteres Highlight bildet die Soundtrack-Auswahl als Streifzug durch die Pop-Geschichte. Beispielsweise wird der Tod des legendären “Comedian” vom Song “Unforgettable” (Nat King Cole) untermalt - passender geht´s kaum. Weitere Beispiele finden Sie im letzten Absatz der Pressemitteilung eingangs dieser Rezension.

Die Umsetzung des Werkes wird auch den Ansprüchen technisch versierter Heimkinobesitzer gerecht. Das Bild bietet eine sehr guten Transfer, in welchem lediglich die Plastizität aufgrund vieler dunkler Einstellungen und eingefügter Effekte nicht immer 100%ig gegeben ist, sich ansonsten aber praktisch keine echten Defizite entdecken lassen. Auch der Ton erreicht trotz Komprimierung tolle Resultate und wird nur vom Original getoppt. Die Extras bieten viel Information über Hintergründe der Vorlage und der Verfilmung. In Bezug auf die Produktion selbst dürften die Clips aber umfangreicher und gehaltvoller sein. Da letztere einen Teil der Webepisoden darstellen, müssten sich Online weitere Clips finden lassen, die den Umfang entsprechend erweitern dürften. Für Findige gibt es noch ein kleines Easteregg, über welches Sie in unserer Rubrik “Eastereggs“ mehr lesen können.

Alles in allem eines der filmischen Highlights des Jahres, dass auch auf Blu-ray zum Besten gehört, was bis dato in Deutschland erhältlich ist!


Blu-ray-Details:
Produktionsland/-jahr: USA 2009
Zeit: ca. 162 Minuten
Freigabe: FSK ab 16 Jahren
Anbieter: Paramount
EAN: 4010884250367
Region: A, B, C
Format: 2 x BD-50 GB
Codec: MPEG-4/AVC
Verpackung: Doppel-Blu-ray Case blau
Bildformat: 2.40:1 (16:9 anamorph) High-Definition 1.080p
Soundformate: Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch Audio Description jeweils in DD 5.1, Englisch in Dolby TrueHD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Dänisch
Menüsprachen: siehe Untertitel
Extras (komplett in High Definition):
- Das Phänomen: Der Comic, der die Welt veränderte
- Mechanik: Technik einer fantastischen Welt
- Wahre Superhelden, echte Wächter
- Die “Minute Men”
- Sets & Sensibilität
- Dressing for Success
- Das Schiff hat Augen
- Dave Gibbons
- Burn Baby Burn
- Shoot to Thrill
- Blue Monday
- Liebe zum Detail
- Girls kick Ass
- Rorschachs´ Maske
- NBS Nightly News
- Easteregg “The Keene Act”
- Musikvideo “Desolation Row” von My Chemical Romance


VÖ: 20. August 2009


© MK 08/09



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