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Rezension Dienstag, 07. September 2010
Eine Rezension von Marcus Kampfert
Veröffentlicht am 14.01.2010

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The Color of Magic (Blu-ray)

Inhalt:
Auftakt von Terry Pratchetts legendärem Scheibenwelt-Zyklus:
Getragen auf dem Rücken von vier Elefanten, die wiederum auf dem Panzer einer Stern-Schildkröte stehen, reist die Scheibenwelt durch das Multiversum ...
Der erfolglose Magier Rincewind (Sir David Jason) wird unfreiwillig zum Reiseführer des ersten Scheibenwelt-Touristen Zweiblum (Sean Astin) und seiner intelligenten Holztruhe. Gemeinsam erleben sie einen abenteuerlichen Trip an den Rand der Scheibenwelt, kämpfen gegen Zauberer, entkommen Druiden und reiten auf Drachen. Aber kann Rincewind auch Trymon (Tim Curry), seinen größten Feind besiegen und die Scheibenwelt vor der Zerstörung retten?

(Quelle: Covertext)


Bild:
Die Farben wirken natürlich und sind perfekt auf die jeweilige Szenerie eingestellt. So gibt es knallige Töne in den Wäldern (man beachte das satte Grün) und beinahe farblose, leicht verfremdete in Ankh Morpork. Der Kontrast ist etwas steil ausgefallen ohne jedoch nachheitlich die Bildkomposition zu beeinträchtigen. Lediglich Tageslichtaufnahmen neigen in hellen Flächen zu geringfügigen Überstrahlungen. Bei Innenaufnahmen könnte es aber etwas mehr Kontrast und einen tieferen Schwarzwert geben, um die Konturen kräftiger erscheinen zu lassen. Dennoch fließen gelegentlich dunkle Farbflächen ineinander (bspw. Minute 26 im ersten Teil - der Mantel des Patriziers und das dunkle Fell des Mini-Yorkshire Terriers, den er auf dem Arm trägt). Die Schärfe erreicht durchgehend gute bis sehr gute Werte. Besonders Feinheiten werden stets klar und sauber dargestellt. Selbst das durchgängig bei Innenaufnahmen aufdringliche Filmkorn kann der Schärfe nur wenig anhaben. Bei längeren Kameraschwenks mit viel Bewegung im Bild kann es jedoch zu deutlicheren Unschärfen kommen. Blockrauschen ist praktisch nicht zu sehen, Artefakte sind nicht vorhanden und die Kompression arbeitet unauffällig.

Der Transfer erreicht nicht ganz die Schärfewerte von HOGFATHER (bei Bewegungen ist diese etwas instabiler), muss sich aber auch nicht wirklich verstecken und liegt definitiv und klar über dem sonst üblichen TV-Niveau. Die anderen Bildwerte sind abgesehen vom bei Innenaufnahmen erhöhten Filmkorn zudem durchweg ohne echte Beanstandung, weshalb hier immerhin noch eine gute Note gerechtfertigt erscheint.

Wertung Bild: gut (-)


Ton:
In dieser Fantasy-Verfilmung fehlt es nicht an Momenten in denen die die Boxen durch schön räumliche, teils ortbare Signale gefordert werden. Wenn z.B. ein Drache durchs Bild fliegt, dann kann man diesen schön auf seinem Flug verfolgen. Außerhalb solcher Momente ist es heißt der Score, die Boxen bei Laune hält. Dialoggetriebene Szenen enthalten hingegen wenig Kulisse, um möglicherweise nicht von diesen abzulenken. Hier ist lediglich der raumbezogene Hall aus den Boxen zu vernehmen. Die Vertonung liegt in Deutsch und Englisch im HD-Format DTS-HD Master Audio 5.1 vor und bietet einen guten, sonoren Klang mit hohen Pegeln und ordentlicher Dynamik. Lediglich der Basslevel dürfte für unseren Geschmack noch eine Spur höher sein.

Zwar wird nicht durchgängig eine räumliche Kulisse gehalten, doch die vermehrten Rear-Einsätze bei Musik, atmosphärischen Hintergrundgeräuschen und einigen gelungenen Split-Effekten im jeweils letzten Drittel des Zweiteilers sorgen für ein Hörerlebnis, dass gerade im TV-Sektor nicht allzu oft geboten wird, weshalb wir zur guten Note greifen!

Wertung Ton: gut


Ausstattung/Extras:
Neben dem Filmtrailer in Deutsch und Englisch gibt es insgesamt knapp 40 Minuten an Interviews in welchen Sir David Jason, Sean Astin und Romanautor und Co-Drehbuchschreiber Terry Pratchett zu Wort kommen. Die natürliche und sympathische Art aller drei macht die Interviews zu interessanten Reisen in die anspruchsvollen Dreharbeiten und allerlei Kurioses rund um den Film. Natürlich vermisst man Featurettes über die Effekte, die Musik und auch ein Making Of, doch die Interviews sind durchaus ein lohnenswerter Ausgleich - zumindest wenn man Fan der Bücher und Geschichten und weniger des rein technischen Prozesses des Filmemachens ist. In Color of Magic Online entführt uns Eurovideo auf deren Internetpräsenz, wo es zumindest Zugriff auf BD-Live Inhalte wie die Film-Community und ein Kaminfeuer (Bildschirmschoner) gibt. Natürlich kann sich dort auch mit weiteren Programmneuheiten von Eurovideo beschäftigen. Den Abschluss bildet eine kleine Trailershow, welche zwei Zeichentrick-Verfilmungen von Pratchett-Romanen (Soul Music und Wyrd Sisters) umfasst.

Wertung Ausstattung/Extras: befriedigend (-)


Fazit:
Nachdem wir uns erst kürzlich von der inhaltlichen wie technischen Qualität der ersten Verfilmung eines Terry Pratchett-Romans überzeugen durften (siehe Rezension zu HOGFATHER vom 27.12.2009), schickt sich eine weitere TV-Produktion an es dieser gleichzutun. THE COLOR OF MAGIC beruht auf den Romanen "Das Licht der Phantasie” und "Die Farben der Magie” und erzählt von den Abenteuern des wohl schlechtesten aller Zauberer, Rincewind (David Jason, der in HOGFATHER bereits den Assistenten vom Tod namens Albert mimte) auf Ankh Morpork, dass - wie könnte es anders sein - natürlich auf der Zwillingswelt, der Scheibenwelt, zu finden ist. Wie schon HOGFATHER gelingt es auch bei THE COLOR OF MAGIC die dichte Atmosphäre der Bücher zu transportieren. Bisweilen ist sogar der skurrile Humor eines Terry Pratchett zu finden, welcher sich aber im Original noch stärker durchzusetzen vermag als in der keinesfalls schlechten deutschen Synchronisation. Faszinierend ist erneut die Liebe zum Detail mit der Regisseur Vadim Jean die magische Scheibenwelt umzusetzen vermag. Kostüme, Sets und Effekte versetzen einen in die richtige Stimmung. Die Details wirken keinesfalls wie "nur fürs Fernsehen produziert”, sondern haben beinahe Kinoformat. Hin und wieder scheinen Ausstattung und Hingabe sogar an Peter Jacksons HERR DER RINGE-Verfilmungen heranzureichen, wenngleich ein wirklicher Vergleich natürlich weit hergeholt ist. Selbst wenn die Geschichte von THE COLOR OF MAGIC wesentlich einfacher zu verstehen ist als die deutlich komplexere und sinnschwangere von HOGFATHER, weiß auch dieser Film interessante Charaktere und viele Details zu kredenzen.

Wer auf etwas verrückte Fantasy mit vielen parodistischen Anspielungen auf das manigfaltige Fantasy-Genre sowie erstklassiger Ausstattung und Atmosphäre steht und das anspruchsvolle Cast mit Namen wie Jeremy Irons, Christopher Lee, Tim Curry, Sean Astin oder eben Sir David Jason zu würdigen weiß, der wird hier bestens unterhalten. Dies ermöglicht nicht zuletzt auch die gute Blu-ray-Auswertung, die technisch zwar nicht perfekt, aber doch deutlich über TV-Niveau rangiert und auch einige sympathische, informative Extras in Form von Interviews bereithält. Hier passt das Gesamtpaket und der moderate Einstandspreis von meist unter 15 Euro ist für diese Erstveröffentlichung ebenfalls nicht zu verachten.


Blu-ray-Details:
Produktionsland/-Jahr: Großbritannien 2008
Laufzeit: ca. 180 Minuten
Freigabe: FSK ab 6 Jahren (großes FSK-Logo - kein Wendecover)
Anbieter: Eurovideo
EAN: 4009750390153
Region: B
Format: BD-50 GB
Codec: MPEG-4/AVC
Bildformat: 1.78:1 (16:9 anamorph), 1.080/24p
Soundformat: Deutsch und Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch
Menüsprache: Deutsch
Extras (SD):
- Interview mit Sir David Jason
- Interview mit Sean Astin
- Interview mit Terry Pratchett
- THE COLOR OF MAGIC Online (BD-Live Content)
- Filmtrailer D, E
- Trailershow

VÖ: Bereits erhältlich!


© MK 01/10





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