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Rezension Dienstag, 24. Januar 2017
Eine Rezension von Marcus Kampfert
Veröffentlicht am 10.11.2015

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A World Beyond (Blu-ray)

Inhalt:
Träumer gesucht... Mit überwältigenden Bildern schickt der Regisseur von "Die Unglaublichen" Oscar-Preisträger George Clooney und Shootingstar Britt Robertson ("Under the Dome") auf eine action-geladene Achterbahnfahrt in eine unglaubliche Welt der Fantasie, in der alles möglich ist! Angespornt von wissenschaftlicher Neugier begibt sich der aufgeweckte Teenager Casey (Britt Robertson) auf eine gefahrvolle Mission, zu der sie das Schicksal mit Frank (George Clooney) zusammengeführt hat. Gemeinsam mit dem resignierten Wissenschaftler, dessen einstige Tage als Wunderkind schon lange zurückliegen, macht sie sich auf, die Geheimnisse einer mysteriösen, besseren Welt jenseits unserer normalen Vorstellungskraft zu entdecken. Die Herausforderungen, die die beiden dort erwarten, wird unsere Welt - und sie selbst - verändern. Für immer…


(Quelle: Covertext)


Bild:
Der komplett digital gedrehte Streifen überzeugt von Beginn an in allen Wertungsdisziplinen. An den Farben und Kontrasten gibt es absolut nichts auszusetzen – alles ist perfekt dem inhaltlichen Geschehen angepasst und sauber abgestimmt. Selbst Aufnahmen mit steilem Kontrast lassen keine Details absaufen. Die Plastizität ist sehr hoch, das Bild hat häufig eine beeindruckende Tiefe, obwohl der Film nicht in nativem 3D gedreht wurde. Die Schärfe bietet perfekte Werte in Totalen wie in Nahaufnahmen – jederzeit ist jedes Detail haarscharf erkennbar. Einzig großflächige CGIS wirken geringfügig weicher, ohne Details verschwimmen zu lassen. Die Komprimierung gelang ohne Verluste und Artefakte. Um sich nochmal zu wiederholen: Der Transfer ist schlichtweg perfekt und gehört zu den besten des ablaufenden Jahres.

Wertung Bild: sehr gut (+) – Referenz!


Ton:
Die Ausgangssituation könnte für einen tollen Soundtrack kaum besser sein: Das detailverliebte Future-Setting bietet mit seinen vielen technischen Gimmicks viel Raum für tolle Umgebungsgeräusche, einige spektakuläre Action-Sequenzen hätten Raum für Dynamik und Bass. Die Toningenieure von Disney beweisen seit Jahren, dass sie selbst bei Familienkino durchaus nicht rein kinderfreundliche Soundtracks zaubern können und so bietet auch A WORLD BEYOND sehr "erwachsene" Signale. Mal abgesehen von längeren Dialog-Sequenzen gibt es praktisch durchgängig Sounds aus allen Boxen, häufig bildkonform direktional abgelegt und von einer prima Dynamik begleitet. Action-Sequenzen bieten einen deutlichen Basslevel, wenngleich man hier nicht "voll auf die Tube" drückt (das dann wohl der Kinderohren wegen), dennoch auch hier kaum Beanstandungen. Auch der Score gibt sich weiträumig, dynamisch und von sehr gutem Gesamtklang. Die Stimmen bleiben bei alldem immer klar und sauber verständlich – das einzige Manko, was zwar dem Verständnis dient, aber nicht immer realistisch erscheint. Die deutsche Synchro ist gelungen, der Sound auch, aber im Original klingt alles nochmal etwas lebendiger und weiträumiger, mitunter auch druckvoller.

Wertung Ton Deutsch DTS-HD High Resolution 7.1: sehr gut
Wertung Ton Englisch DTS-HD Master Audio 7.1: sehr gut (+)


Ausstattung/Extras:
Auf knapp über 40 Minuten verteilen sich ein Blick hinter die Kulissen (Eine persönliche Reise durch A World Beyond mit Brad Bird), zwei kurze Featurettes (Die Besetzung und Die wunderbare Einspielung der Musik), ein kurzes Produktionstagebuch (Brad Birds Produktions-Tagebuch), ein Outtake (humorige Fake-Outtakes von "Die Welt von morgen – Eine Wissenschaftssendung mit Zukunftsforscher David Nix"), drei zusätzliche Szenen mit Eingangskommentar, ein Fake-Werbespot (TV-Spot "Blast from the Past") sowie ein Animations-Kurzfilm ("The Origins of Plus Ultra").

Alle Clips haben einen rudimentären Informationskern, der mit Persönlichem und Witz zu einem unterhaltsamen Ganzen gemixt wurde. Ähnlich wie dem Film selbst mangelt es aber etwas an Substanz, einen gewissen Eindruck vom "Herzens-Projekt" gewinnt man aber schon.


Wertung Ausstattung/Extras: befriedigend (-)


Fazit:
Man stelle sich einmal vor…in 1964 hätten sich die seiner Zeit wichtigsten und klügsten Köpfe Tesla, Edison, Eiffel und Jules Verne nach der Weltausstellung zur Organisation "Plus Ultra" zusammengeschlossen, um gemeinsam eine neue, bessere (Parallel-)Welt names Tomorrowland zu erschaffen zu der künftig nur eine Elite aus "Träumern", Hoffnungsträgern und somit Menschen mit (positiven) Ideen Zutritt erhält. Dieser Zugang würde durch einen Anstecker von der Weltausstellung gewährt, der von so genannten Rekrutierern – des Vertrauens wegen Roboter in Kindergestalt – gesucht und gefunden, sozusagen rekrutiert, würden. Diese würden dann in dieser Parallelwelt eine neue Gesellschaft des Friedens und alles Machbaren begründen, eine perfekte Welt erschaffen, an das Positive und das Machbare, an die Zukunft glauben.

Klingt zu schön um wahr zu sein, ist aber das durchaus ansprechende Konzept des neuesten Streifens von Brad Bird, der nach seinem vierten Teil der MISSION: IMPOSSIBLE-Reihe erneut einen Realfilm drehte. Der Mix aus Science-Fiction-Thriller und Fantasy-Nachmittagsunterhaltung hatte an den weltweiten Kinokassen leider nicht den erhofften Erfolg und gilt nach JOHN CARTER als zweiter großer Disney-Flop der letzten Jahre! Das mag zum Einen daran liegen, dass Disney den Film als Familienkino konzipierte – kein Wunder, denn er basiert lose auf einer Disney-Attraktion aus dem US-Themenpark – sich jedoch nicht wagte, das dann konsequent durchzuziehen. So ist der Film so mit Ideen und Handlungssträngen überfrachtet, dass der Handlung und seinen Sprüngen kaum ein jüngeres Familienmitglied lückenlos folgen können dürfte. Dann sind die kindlichen Hauptfiguren so kämpferisch und altklug ausgelegt, dass sie fast eher als Unsympathen durchgehen und beinahe wie verzogene Rotzlöffel daherkommen, gegen Ende empfindet man gar mehr Sympathie für den kindlichen Roboter Athena, denn für die jugendliche, menschliche Protagonistin Casey! Und dann wäre da noch das unverhältnismäßige Gewaltlevel, das zwar meist "nur" gegen die Roboter eingesetzt wird, aber es werden auch mal Menschen effektvoll pulverisiert – ein lockerer Umgang mit dem Ableben, den man von Disney so zumindest im Familienfilm nicht gewohnt ist, so er denn letztlich wirklich noch als solcher anzusehen ist.

Während die Story anfangs lange Zeit dahinplätschert und nur mäßig in Gang kommt ohne inhaltlich viel zu erzählen, geht es im letzten Filmdrittel derart rasant und brachial zu, dass sich der Eine oder die Andere überfordert fühlen könnte – wieder insbesondere jüngere Zuschauer. Auch die Moralkeule, die gegen Ende des Films deutlich mitschwingt, könnte hier und da eher sauer aufstoßen – worauf der Film hinausläuft und was nahe gebracht werden soll hätte man wohl auch ohne die klischeebeladene "Propaganda" wohl verstanden…da schadet sich der Film eher selbst!

Toll gespielt allerdings ist der Streifen, insbesondere von den jungen Darstellerinnen, allen voran Britt Robertson (Casey) und Raffey Cassidy (Roboter Athena), die ihre erwachsenen Kollegen deutlich an die Wand spielen. Auch visuell punktet der Streifen mit einer Tricktechnik und Bildkomposition, die den Film zu den besten SF-Streifen der jüngeren Vergangenheit zählen lassen. Und auch wenn die Kurzweiligkeit zwischenzeitig immer mal auf der Strecke bleibt, gerade die Sequenzen mit etwas mehr Action und Witz sorgen immerhin für beste Disney-Unterhaltung und ringen dem Film dann doch noch eine gewisse Portion Sehpotential ab. Es wäre allerdings toll gewesen, wenn die interessante Ausgangslage und Story besser umgesetzt worden wären und nicht wie so oft durch mangelndes Timing, moralinsaure und klischeebeladene Gesellschaftskritik sowie überbordende Optik und Handlung dem schnöden, einfältigen Popcorn-Kommerz mit Pseudo-Anspruch geopfert – egal, ob absichtlich oder mangels Kompetenz! Vielleicht sollte Brad Bird doch zum Animationsfilm zurückkehren, denn in DER GIGANT AUS DEM ALL (1999 für Warner), DIE UNGLAUBLICHEN (2004) oder auch RATATOUILLE (2007, beide für Disney) bewies er als Drehbuchautor und Regisseur deutlich mehr Gespür für Story und Timing, was auch an den Kinokassen entsprechend gewürdigt wurde…

Letztlich ist A WORLD BEYOND ein visuell ansprechendes, aber inhaltlich überfrachtetes Popcorn-Sci-Fi-Märchen, dass als Familienunterhaltung gedacht diesem und auch keinem anderen Anspruch nie wirklich gerecht wird. Dennoch sollte man dem Streifen wegen der interessanten Thematik und der visuell sehr ansprechenden Bilder zumindest mal eine Chance geben, zumal die technische Umsetzung auf Blu-ray zu den besten des laufenden Jahres zählt!


Blu-ray Details:
Originaltitel: Tomorrowland
Produktionsland/-jahr: USA 2015
Laufzeit: ca. 130 Minuten
Freigabe: FSK ab 12 Jahren (großes FSK-Logo, kein Wendecover vorhanden)
Anbieter: Walt Disney Studios Home Entertainment
EAN: 8717418467005
Region: A, B, C
Format: BD-50 GB
Codec: MPEG-4/AVC
Verpackung: Blu-ray Case
Bildformat: 2.20:1 (16:9 anamorph), 1.080/24p
Soundformate: Deutsch in DTS-HD High Resolution 7.1, Englisch in DTS-HD Master Audio 7.1, Italienisch in DTS 5.1 und Türkisch in DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Türkisch, Griechisch
Menüsprachen: siehe Untertitel
Extras (alle in HD):
- Eine persönliche Reise durch A WORLD BEYOND mit Brad Bird
- Brad Birds Produktions-Tagebuch
- Animations-Kurzfilm: "The Origins Of Plus Ultra"
- Die wunderbare Einspielung der Filmmusik
- Outtakes: "Die Welt von morgen - Eine Wissenschaftssendung mit Zukunftsforscher David Nix"
- TV Spot "Blast from the past"
- Die Besetzung
- Zusätzliche Szenen mit Einführungen der Filmemacher
- Trailershow

VÖ: Bereits erhältlich!


© MK 10/15

Coverabbildung u. Inhaltstext: ©Walt Disney Studios Home Entertainment





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